Ein Stich ins Herz

Bild von Lisa im weißen Top und schwarzen Rock

Die Tage, nachdem Sarah mich verführt haben, waren komisch. Ich merkte, dass die Anziehungskraft zu ihr stärker wurde. Es war eine sexuelle Anziehungskraft. Doch dann gab es da auch noch Mark. Da ich seit meinem Party-Reinfall viel Zeit in der WG verbracht hatte, habe ich mich auch öfters mit Mark unterhalten. Und ich muss sagen, wir liegen sehr auf einer Wellenlänge. Sein Humor, sein Aussehen, sein Charakter…mein kleines Herz hat sich vielleicht eventuell möglicherweise ein kleines bisschen verknallt. Glaube ich. Doch dann passierte etwas, das vieles für mich änderte.

Talk To Me, Baby!

Drei Tage nach meiner heißen Nacht mit Sarah saß ich bei Mark auf dem Zimmer. Wir alberten ein bisschen rum, schauten uns Fail-Videos bei YouTube an und hatten viel zu lachen. Es war herrlich ungezwungen und ich fühlte mich echt gut. Ich hatte bei Mark vor allem das Gefühl, einfach ich selbst sein zu können. Ich glaube, ich würde sogar so weit gehen und sagen, ich fühlte mich bei ihm geborgen. Und ich bin mir sicher, dass es anders herum genau so war.

Als wir in den Fail-Videos eine Szene sahen, wo ein Hochzeitspaar ein Spiel auf ihrer Feier spielen musste, bei dem sie sich zunächst zig Mal um sich selbst drehen, aufeinander zugehen und sich küssen mussten (was natürlich total danebenging), fragte Mark mich auf einmal, ob ich eigentlich gut küssen könnte oder darin auch so eine Niete sei? Ich grinste breit und antwortete frech zurück, er sollte es doch einfach ausprobieren, wenn er sich trauen würde. Nun, er traute sich, legte seine Hand an meine Wange und gab mir einen wunderschönen Kuss. Innerlich war es mir ab da gar nicht mehr nach Spaß zumute. Ich wollte nur noch eins: Mehr! Seine Lippen auf meinen. Seine Hände an meinem Körper. Seine Haut auf meiner. Doch äußerlich versuchte ich mir nichts anmerken zu lassen. Ich konnte doch nicht einfach so einen Gefühls-Striptease hinlegen. “Na, wie war es?”, fragte ich provokant. “Heiß.”, entgegnete er. “Und wie heiß genau?”, wollte ich wissen und legte meine Hand auf seinen Oberschenkel. Dann ließ ich die Hand langsam zu seinem Schoß gleiten.

Ich gebe zu, ich erwartete, dass er meine Hand aufhalten würde. Doch er tat es nicht. Und je näher ich seinem Schoß kam, umso mehr wurde es zu einem Machtspielchen, wer zuerst zurückzog. Naja: Keiner von uns hat das Spielchen verloren. Meine Hand war in seiner Körpermitte angekommen…und was ich durch seine Jeans fühlen konnte, war hart. “Ich glaube, ich war ziemlich gut.”, resümierte ich…und beugte mich vor, um diesmal ihn zu küssen. Doch er zog seinen Kopf zurück und sagte, er müsse zuerst etwas mit mir bereden.

Komm mir nicht zu nah mit deinen Gefühlen

“Bevor das hier weitergeht”, sagte er, “und ich will sehr gerne, dass das weitergeht, muss ich dir etwas sagen. Ich will derzeit keine Beziehung. Und ich fänd es unfair, dir das nicht zu sagen. Mehr wie Freundschaft+ will ich gerade nicht. Das sollst du wissen. Wenn das für dich okay ist, dann lass uns gerne weitermachen.”

Seine Augen schauten mich erwartungsvoll an. Ich überlegte für eine…naja…vielleicht zwei Millisekunden, ihm eine zu scheuern und ihn anzuschreien, warum er nicht einfach die Fresse halten könnte? Stattdessen stammelte ich nur etwas von, wieso nur eine Freundschaft+? Mark atmete einmal tief durch und erklärte mir, dass er momentan den Spaß an erster Stelle habe wolle. Er sei jung, wolle das Studentenleben voll genießen, spontan sein und zu nichts nein sagen müssen. Und seiner Meinung nach passe eine Beziehung da nicht rein. Ich hakte nach: “Eine Beziehung ist doch toll, da kannst du auch viel Spaß haben. Was spricht denn dagegen?” Mark beteuerte, dass er es auch so sehe, dass eine Beziehung Spaß mache, doch jetzt gerade habe er andere Prioritäten. Das Studentenleben gebe es nur einmal und er habe sich vorher geschworen, diese Zeit nur für sich nutzen zu wollen. Darum wolle er gerade keine Beziehung. “Es tut mir leid, falls du das jetzt nicht hören wolltest.”, sagte er. “Doch ich finde es wichtig, in diesem Punkt ehrlich zu sein. Das bin ich zu jedem Mädchen, das ich treffe.” Ich musste schlucken. Das hat gesessen.

Vielleicht ein andermal?

Während mein Herz einen Sturzflug hinlegte, fing es in meinem Kopf an zu rattern. Will ich das? Hab ich Bock auf eine Freundschaft+? Einerseits ja, denn ich wollte Mark näher kommen…körperlich näher. Unbedingt. Doch mein Herz sagte mir bereits, dass ich eine Freundschaft+ nicht will. Obwohl wir uns noch gar nicht so lange kennen, fand ich ihn bereits so gut, dass meine Gefühle mit jedem Sex nur stärker geworden wären. Das wusste ich.

Auf der anderen Seite fühlte ich mich in Mark bestätigt. Er hätte mich hier gerade haben können. Ich hätte mit ihm geschlafen, ich war bereit. Doch er war so ehrlich, zu sagen, was er dazu denkt. Egal wie enttäuscht ich war…das rechnete ich ihm hoch an. Es sprach für seinen Charakter…in der Hinsicht hatte mich mein Gespür nicht getäuscht. In ihm steckt ein guter Kerl. Er hat gerade nur andere (falsche?) Prioritäten. Ich wollte eine Beziehung, ich wollte es versuchen. Er nicht. Also ist dies gerade der falsche Zeitpunkt. Vielleicht ein andermal.

Ich sagte ihm, dass ich es toll fände, dass er so ehrlich zu mir war, sagte ihm aber auch, dass ich keine Freundschaft+ möchte. Er nickte nur und blickte nach unten. Ich beugte mich zu ihm rüber und gab ihm einen Bussi auf die Wange. Das war für mich mein kleines Abschiedsritual an meine Gefühle zu ihm. Dann stand ich auf, drehte mich noch einmal zu ihm und sagte, er würde etwas verpassen. Mark lächelte leicht und sagte: “Das glaube ich dir.” Dann ging ich aus seinem Zimmer.

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