Die Woche nach dem Sex mit Mark

Bild von Lisa im weißen BH und schwarzem Rock

Wie dumm kann man sein? Oder besser gesagt: Wie dumm kann man sich fühlen? Fast eine Woche ist es nun her, seit ich mit Mark geschlafen habe. Die Woche fühlte sich komisch an. So voller Hoffnung und gleichzeitig voller Schmerz. Es war…verwirrend. Doch jetzt wird alles klarer, da bin ich mir sicher.

Als wir letztes Wochenende miteinander geschlafen hatten, hatte ich mich danach zurückgezogen. Ich habe den Sex mit ihm sehr genossen…und noch mehr, danach in seinen Armen zu liegen. Aber die Angst in mir, er könnte sagen, dass es für ihn nicht mehr als “nur” Sex war, war zu groß. Ich flüchtete aus seinem Bett und damit aus seinen Armen. Aus Selbstschutz…oder war es eine Flucht vor der Wahrheit?

Gibt es eine sich selbsterfüllende Prophezeiung?

Mark hatte mir schon vor einiger Zeit gesagt, wie er zu Beziehungen steht. In seinem Studentenleben wollte er keine Beziehung. Er wolle lieber Spaß haben und sich austoben. Das war nicht das, was ich hören wollte. Und noch weniger wollte ich diejenige sein, mit der er sich austobt. Doch auf der anderen Seite ist da diese Anziehungskraft, die von ihm ausgeht und die ich spüre. Sein Lächeln, seine Art mit mir zu reden, sein Humor, sein Verständnis…das alles gefällt mir unheimlich gut – nach wie vor.

Und der Sex…ja, ich wollte ihn. Ich brauchte ihn. Endlich wieder diese Gefühle spüren. Diese Lust auf einen anderen Körper, auf einen neuen Mann, den man im Bett entdecken konnte. Der mich nahm und im Bett führte, dessen Schwanz ich in mir spürte…all das wollte ich endlich wiederhaben. Und er hat es mir gegeben. Doch gleich danach wollte ich mehr. Nicht nur den Sex. Die Lust war vorbei, der Höhepunkt vergangen. Es blieb der Wunsch, diesen Kerl für sich haben zu wollen. Doch anstatt den Moment in seinen Armen zu genießen, schaltete sich mein Kopf ein, der mich warnte, mich auf ihn einzulassen. “Lisa, denk dran. Er will keine Beziehung. Du wirst ihn nicht kriegen und wenn du es versuchst, wird er dich verletzen.” So ungefähr ging es mir immer wieder durch den Kopf. Dazwischen meldete sich mein Herz, das mir sagte, ich sollte es bei ihm versuchen. Ab und zu keimte in mir die Hoffnung auf, ich könnte die eine sein, auf die er nur gewartet hatte. Die eine, die es brauchte, damit er erkennt, dass er im Grunde genommen doch eine Beziehung will. Mit mir. Aber am Ende gewann immer der Kopf, der mich warnte.

Nun frage ich mich, ob es sowas wie eine sich selbsterfüllende Prophezeiung gibt? Habe ich in den letzten Tagen vielleicht alles getan, so dass das eintrat, was gestern passierte? War es meine Schuld, dass nicht mehr aus uns wurde in den letzten Tagen? Ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob es so etwas wie eine sich selbsterfüllende Prophezeiung gibt. Doch ich weiß auf jeden Fall, dass mein Kopf Recht behielt.

Wer ist das?

Mark suchte in den Tagen nach dem Sex nicht meine Nähe. Ich allerdings auch nicht seine. Er war wie immer zu mir. Freundlich, lustig…aber auch nicht mehr. Ich hingegen war…anders, denke ich. Ich wollte nicht zu viel Nähe aufbauen. Ich wollte, dass er mir zeigt, dass er mehr von mir will als nur diese eine Nacht. War ich dadurch zu distanziert? Oder hat er es überhaupt bemerkt, was in mir vorging? Vielleicht sah er mein Verhalten als Bestätigung an, dass es für mich auch “nur” Sex war und somit alles okay, wie es gelaufen war.

Ich hingegen habe die letzten Tage gelitten. Ich fühlte in mir einen inneren Kampf darüber, was richtig sein könnte, zu tun. In der Folge habe ich weniger gegessen als sonst, ich war in mich gekehrter und doch gleichzeitig unruhiger als sonst. Sarah hatte es sofort bemerkt und mich ausgefragt. Ich erzählte ihr, was passiert war und worüber ich nachdachte. Sie gab mir den Rat, es mit ihm zu probieren, denn was hatte ich zu verlieren? Ich war ja jetzt auch nicht mit ihm zusammen. Doch ich tat es nicht. Ich wollte, dass ER sich bewegt. Am Freitagabend bewegte er sich dann. Ins Bett, mit einem anderen Mädchen. Er brachte sie zu uns in die WG…und sie ging erst an nächsten Morgen. Heute Morgen.

Darum habe ich geweint. Wer war sie? Und warum wählt er nicht mich? Warum ist er so bescheuert, nicht mit mir zusammen sein zu wollen? Ich ließ meine Gefühle raus. Und dann ging es mir besser. Mein Kopf wurde klarer. Das war es nicht wert. Es war es nicht wert, dass ich hier weine und mein Herz leidet. Ich wollte den Sex mit ihm und habe ihn bekommen. Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Worüber bin ich also so traurig? Und eins war ja wohl klar: Wenn er nicht mit mir zusammen sein wollte, dann verpasste er mehr als anders herum. Ich bin ein tolles Mädchen. Ich weiß das. Und ich werde einen tollen Kerl an meiner Seite finden. Berlin ist groß, es gibt genug Auswahl.

Ich wischte mir die Tränen von den Wangen und schaute in den Spiegel. Ich sah ein junges, hübsches Mädchen. Ich sah ein Mädchen, dass selbstbewusst sein kann. Dieses Mädchen würde sich nicht von einem Kerl unterkriegen lassen, den sie scheinbar nicht kriegen konnte. Dieses Mädchen würde ihren Weg gehen…es würde tun, was ihr Spaß mache…und am Ende würde sie bekommen, was SIE wolle, anstatt die zu sein, die sich dem füge, was andere wollen. Denn genau dieser Unterschied ist es, der sich ein Leben anders anfühlen lasse. Auch das, so schwor ich mir heute, werde eine sich selbsterfüllende Prophezeiung sein.

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