Das unmoralische Angebot

unmoralisches Angebot

Weihnachten kommt mit großen Schritten näher. Und das bedeutet für mich, dass ich mich darauf vorbereite, in die Heimat zurückzukehren. Ich bin eigentlich keine glühende Verfechterin von Weihnachten, auch wenn ich die Zeit als Kind immer schön fand. Doch dieses Jahr ist es mir wichtig, in der Heimat zu sein, schließlich habe ich seit meinem Umzug meine Mum und meine beste Freundin nicht mehr persönlich gesehen. Doch mitten in meine Vorbereitungen kam eine Nachricht von “Mr. Big”…

Dream big. Dream Big Apple!

Big und ich haben uns seit unserem letzten Date nicht mehr gesehen, doch ab und zu schrieben wir miteinander. Oder besser gesagt: Er schrieb mir. Ein paar Nettigkeiten, ein bisschen Small-Talk…alles gut, okay und angenehm. Doch von meiner Seite aus hat sich bisher nichts weiter entwickelt. Ich finde, dass er ein netter Typ ist. Höflich, sieht gut aus und man kann sich mit ihm unterhalten. Doch mehr aber auch nicht. Ein “Funke” ist bei mir bisher nicht übergesprungen. Ich will nicht gemein sein, doch ich finde, man kann es damit umschreiben, dass er ein netter Zeitvertreib ist.

Doch während ich schon am Zusammenpacken meiner Sachen für die Heimat war, schickte mir ein Nachricht. Und darin schrieb er, dass er unsere bisherige gemeinsame Zeit genossen habe und gerne noch etwas mehr Zeit mit mir verbringen würde. Deswegen wolle er mich über die Feiertage nach New York einladen. Er schrieb, er würde ein schönes Hotel buchen, wir könnten essen und shoppen gehen und etwas Sightseeing machen. Ungläubig starrte ich auf mein Handy. Meint er das ernst? New York? The Big Apple? Über Weihnachten? ERNSTHAFT?

Ich musste mich aufs Bett setzen. Meine Gedanken rasten. Soll ich das tun? Will ich mit Mr. Big nach New York? Will ich nach New York? Okay, das war keine Frage. Ich will nach New York! 😀 Aber mit ihm? Wie immer, wenn ich unsicher bin, biss ich mir auf die Unterlippe. Verdammt…Shoppen in New York. Verdammt New York! Schickes Hotel, Essen, die Stadt, die Menschen, die Lichter. Scheiße…das war echt verlockend. Ich starrte auf mein Handy. Genauer: Ich starrte auf den Antwort-Button. Gefühlt mindestens eine Minute. Und dann wählte ich den Zurück-Button und legte das Handy zur Seite. Ich atmete tief durch und schloss die Augen. Nein, ich nehme dieses unmoralische Angebot nicht an. Ich fahre zu meiner Mum…und zu meiner Freundin.

Kribbeln und en Flashback

Am nächsten Tag saß ich dann im Zug in die Heimat. Ich hatte Big abgesagt, was er mit einem einfachen “Schade” entgegennahm. Keine Ahnung, ob ich nochmal etwas von ihm hören würde. Es war mir aber auch gerade nicht wichtig. Ich war auf dem Weg nach Hause und das fühlte sich gut und richtig an. Ich textete mit meiner besten Freundin Jackie und wir verabredeten uns noch für den gleichen Tag. Ich war so gespannt, sie wiederzusehen. Sie ist nach dem Abi nach Köln gegangen, um da zu studieren. Natürlich standen wir immer in Kontakt, doch ich wollte sie endlich einmal wiedersehen und direkt mit ihr quatschen, lachen und weinen können. Best friends eben. 😉

Als ich in der Heimat angekommen war, fiel die Begrüßung mit Mum etwas kurz aus. Denn ich war auf dem Sprung zu Jackie. Sie kam heute ebenfalls aus Köln an und wir konnten es nicht abwarten, uns wiederzusehen. Ich machte mich gleich auf zu ihr. Am ihren Elternhaus angekommen, klingelte ich – und ihr Dad machte auf.

Jackie hat eine deutsche Mutter und einen afroamerikanischen Vater. Daher auch ihre tolle, kakaobraune Haut. Und ihr Vater ist ein riesiger Kerl. Knappe zwei Meter groß, breite Schultern und breiter Rücken. Glatze und eine tiefe Stimme. Er ist kein Bodybuilder, aber definitiv ein massiger Kerl. Und sofort bekam ich einen Flashback.

Es ist jetzt ungefähr ein Jahr her. Im letzten Winter nach meinem 18. Geburtstag war ich auch zu Jackie gekommen, doch wir hatten uns verpasst. Ihr Dad war da und lebte zu dem Zeitpunkt ungefähr ein Jahr von seiner Frau getrennt (Jackie ist wie ich ein Scheidungskind…yeay!). Er hatte etwas getrunken, was er seit der Trennung öfters mal tat. Er war nicht betrunken, aber der Alkohol machte sich bemerkbar. Ich setzte im Wohnzimmer auf die Couch, um auf Jackie zu warten. Er setzte sich neben mich und fing an, mir Komplimente zu machen. Dass er sich freue, für Jackie so eine gute Freundin zu sei, wie hübsch ich wäre und dass er es kaum glauben könnte, wie ich mittlerweile eine richtige Frau geworden sei. Dazu muss ich sagen, dass ich Jackies Dad schon immer toll fand. Dieser große, breite Mann mit seinem großen Händen, dieser tiefen Stimme mit dem leichten amerikanischen Slang…einfach ein Bär von Mann. Bereits als Teenie-Mädchen himmelte ich ihn innerlich an und ja…er war bei mir auch schon für den einen oder anderen heißen Traum verantwortlich. Und nun saß ich neben diesen Mann, er machte mir Komplimente und ich fühlte, dass hier gerade etwas passieren könnte. In der Magengegend kam ein leichtes Kribbeln auf, meine Hände wurden feucht und eine Nervosität stieg in mir auf. Keine Angstnervosität…sondern diese “es liegt etwas in der Luft”-Nervosität. Doch dann hörte ich die Haustür, Jackie kam und ich verschwand mit ihr aufs Zimmer.

Doch jetzt, wo ich wieder alleine vor ihm stand, war ich sofort wieder in dieser Situation. Er schaute mich von unten bis oben an. “Gut siehst du aus.”, brummte er mit seiner tiefen Stimme und lächelte. Ich dankte ihm und drehte mich einmal um mich selbst, wie jemand, der ein neues Outfit vorführen wollte. Und hoffte dabei, ihm würde meine enge Jeans auffallen, die meinen Hintern so schön aussehen lässt. Er nickte und wiederholte “Wörklich hübsch. Hast du den Jungs in Börlin schon den Head verdreyt?”, fragte er in Denglisch. Ich grinste nur und meine “Vielleicht.” Er lachte laut und sagte, er müsste aufpassen, dass ihm das nicht auch passiere. Dann klingelte mein Handy. Jackie hatte geschrieben, dass sie in einen Stau geraten war. Sie wäre aber gleich da. “Jackie?”, fragte er? Ich nickte und sagte, sie sei gleich da. “Oh”, brummte er, “…das ist gut, oder?” Ich schaute ihn an und zuckte in “keine Ahnung”-Manier mit den Schultern. Dann ging ich schon mal hoch in Jackies Zimmer.

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PPS: Verhütung ist wichtig, um sich vor ansteckenden Krankheiten und einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Nur aus erzähltechnischen Gründen erwähne ich dieses Thema in meinen Storys nicht. Bitte verhütet!

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