Das Date Nummer 3

Wohnung

Ich wollte Andre wiedersehen. Unser letztes Date war nun schon wieder einige Tage her. Nachdem unser erstes Treffen, ich will mal sagen, “anders” abgelaufen war, hatten wir ein sehr schönes zweites Date, bei dem mir Andre eine etwas andere Seite von sich gezeigt hat. Wir sind in Berlin an der Spree entlang spaziert und haben uns einiges erzählt. Nun hoffte ich wieder auf ein tolles Date. Das wäre dann unser drittes. Und dazu hatte er mich wieder zu sich in seine Wohnung eingeladen…

Finde das richtige Outfit

Mit fragendem Blick stand ich vor meinem Kleiderschrank und war am überlegen, was ich denn nur anziehen könnte? Das musste gut überlegt sein. Es war unser drittes Date und wir trafen uns bei ihm. Mal davon abgesehen, dass bereits beim erstes Date schon was gelaufen war, könnte bei diesem Date was laufen. Sollte ich mich also bewusst sexy anziehen und ihn etwas provozieren? Vielleicht indem ich ein Top trug und sich darunter ein BH abzeichnete? Oder einen etwas kürzeren Rock? Oder doch etwas zurückhaltender mit weniger Haut? Ich überlegte, was richtig sein könnte. Was würde er wohl erwarten? Ich wühlte mich durch meine Klamotten…und egal, was ich mir anschaute, nichts gefiel mir richtig. Ich atmete tief durch. Und entschied mich endlich: Normale Klamotten heute. Nichts aufdringliches. Eine gut sitzende Jeans sieht toll aus und ist auch etwas normales. Dazu ein passendes Oberteil – ebenfalls nichts, was zu sexy ist – und fertig. Drunter hingegen durfte es ruhig etwas sexyer sein…man weiß ja schließlich nie. 😉

Ich stürzte aus der Wohnungstür und machte mich auf den Weg. Ich war etwas spät dran. Auf dem Weg zu seiner Wohnung schaute ich wie damals vor dem ersten Date viel aus dem Fenster und war am Grübeln. Was würde heute wohl passieren? Andre war für mich immer noch ein Geheimnis. Ein sehr spannendes Geheimnis zwar, aber ich war nicht in der Lage, mir ausmalen zu können, wie unser Treffen verlaufen könnte. Vielleicht wird es wieder ganz normal sein…so wie das letzte Mal…oder würde er wieder fordernd sein und mich provozieren wie beim ersten Date? Und darüber hinaus merkte ich auch, dass ich mir innerlich nicht sicher war, welche dieser Seiten von ihm ich lieber sehen würde.

Spektakulär unspektakuläre Wohnung

Schließlich klingelte ich an seiner Tür. Er öffnete die Tür und lachte. Als wir uns zur Begrüßung umarmten, schloss ich in dem Moment meine Augen. Ja, das fühlte sich gut an. Dann betrat ich zum zweiten Mal seine Wohnung…aber zum ersten Mal schaute ich mich nun bewusst um. Ich weiß nicht, ob es DIE typische Berliner Wohnung gibt…aber die hier ist es glaube ich nicht. Ich habe dabei Bilder von einer Altbauwohnung im Kopf…mit Stuck, alten Holzfußböden und teilweise schlauchartigen Räumen. Andres Bude war eher ein Ein-Zimmer-Appartement. Rechts vom Eingangsbereich stand sein Sofa mit TV-Ecke. Hier hing auch die Pinnwand mit den Fotos seiner Freunde. Leicht versetzt gegenüber stand sein Bett, links davon an der Wand ein Schrank. Rechts vom Bett am Fenster war sein Schreibtisch mit PC…sah irgendwie mehr nach Zocken als nach Arbeiten aus. An der Wand links vom Eingang befanden sich zwei Türen. Hinter der einen versteckte sich das winzige Bad mit Dusche, das kannte ich ja schon. Hinter der anderen war die kleine Küche. Alles eher spartanisch. Der Boden sah für mich nach eher einfachem Laminat aus…es war auf jeden Fall nicht der tolle Holzfußboden, der mir im Kopf rumschwebte. Insgesamt wirkte seine Wohnung…wie soll ich es sagen…halt zweckmäßig. Ein Standard-graues Sofa, die TV-Möbel ebenfalls nichts besonderes…das Bett genauso, keine besondere Deko irgendwo…und auf der Fensterbank zwei halbwegs lebendige Topfpflanzen. Aber es sah bis auf dem Schreibtisch recht aufgeräumt aus. Immerhin.

Als ich mich dann zu Andre aufs Sofa setzte, fühlte ich eine Mischung aus Freude, Anspannung und Neugier. Und ein bisschen war das Gefühl auch vergleichbar mit dem vor einer Prüfung, bei der man nicht richtig weiß, was einen erwartet.

Kiss. Boom. Aber kein Bang.

Tatsächlich ließ die Anspannung aber recht bald nach. Denn wie beim letzten Mal kamen wir schnell ins Gespräch. Und wir konnten gemeinsam lachen. Das finde ich persönlich sehr wichtig, dass man das kann. Küssen und Lachen – beides muss in einer Beziehung gut funktionieren. 😉 Unser Gespräch war sehr fließend. Wir kamen von einem Thema aufs andere. Er erzählte was von sich, ich erzählte was von mir…ich hatte nie das Gefühl, dass uns die Themen ausgehen könnten. Dazu empfand ich unseren Altersunterschied auch nicht als störend. Ich wusste, dass diese Gedanke eigentlich bescheuert war, da ich ja nun mal ältere Männer mochte. aber trotzdem hatte ich ein klitzekleines bisschen Angst, das Alter konnte ein Problem sein…auch seine Freunde waren ja alle älter als ich. Doch jetzt war mein Gefühl, dass das Alter zwischen uns keine Rolle spielte, so wie es auch sein sollte. Wohl aber merkte ich, dass Andre ein Typ Mensch war, der seine Meinung klar und eindeutig vertrat…mein Eindruck war hier, dass er da eine andere auch nicht groß zulassen würde.

Auf jeden Fall verging schnell die Zeit. Schließlich machte er den Fernseher an und wir schauten ein bisschen TV nebenbei. Ich legte dabei meinen Kopf auf seiner Schulter ab und er legte seinen Arm um mich. Ich würde es nicht direkt als Kuscheln bezeichnen, was wir taten. Ich weiß auch nicht, ob er der Typ dafür ist. Wahrscheinlich eher nicht. Ich selbst brauche das auch nicht immer, mag das Kuscheln hin und wieder aber sehr gerne. Doch egal was es war, es fühlte sich für mich so schön an. Und dann dauerte es nicht mehr lange und wir fingen an, zu knutschen. Ich weiß gar nicht mehr, wie es dazu kam, ich weiß nur noch, dass er den Anfang machte. Sein erster Kuss war schön sanft, der zweite fordernder und der dritte noch mehr. Ich fühlte mich sehr wohl dabei, aus meiner Bauchmitte strahlte richtige Wärme aus. Und ich erwartete, dass er weitermachte. Dass seine Hand zu wandern beginnen würde, dass er mich berührte…an den Beinen, dem Po, dem Busen. Spätestens jetzt, durch das Küssen, war ich bereit dafür, was kommen würde…doch nichts davon passierte.

Wir knutschten weiter, jedoch unternahm er keinen Versuch. Stattdessen sagte er irgendwann, dass es schon spät sei und stand auf. Ich will nicht sagen, dass ich enttäuscht war…eher etwas überrascht. Ich hatte ihn als fordernden Mann erlebt und war mir bei der Knutscherei sicher, dass mehr passieren würde…das tat es aber nicht. Stattdessen verabschiedeten wir uns und schon war ich wieder auf dem Weg nach Hause. Wie gesagt, ich war nicht enttäuscht. Der Abend war toll. Ich wunderte mich höchstens ein bisschen, aber nicht lang. Das Wundern war ja nichts neues für mich mit Andre. 😉 Am Ende fand ich es sogar gut, dass wir keinen Sex hatten. Andre hatte mir wieder eine neue Seite von sich gezeigt. Er zeigte mir, dass er Nähe wollte und dass sich das zwischen ihm und mir nicht auf Sex reduzieren würde. Denn wäre das so, wäre sicher etwas gelaufen. Es war also okay so, zumal ich mir absolut sicher war, dass der Sex noch passieren würde…eher früher denn später.

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PPS: Verhütung ist wichtig, um sich vor ansteckenden Krankheiten und einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Nur aus erzähltechnischen Gründen erwähne ich dieses Thema in meinen Storys nicht. Bitte verhütet!

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