Offene Beziehung – Warum sie für mich genau das Richtige ist

offene Beziehung Vorteile Nachteile

Für die einen ist es ein Albtraum, für andere die perfekte Art der Beziehung: Die offene Beziehung. Welche Vorteile und Nachteile sie hat und warum ich glaube, dass die offene Beziehung für mich genau das Richtige ist, das verrate ich dir in diesem Artikel.

Die offene Beziehung liegt im Trend

Offene Beziehungen sind eine Randerscheinung. Die meisten Menschen haben selbst noch keine gehabt und oftmals kennen sie selbst auch niemanden, der schon mal eine ausprobiert hat. Aber das ändert sich. Die offene Beziehung ist noch weit davon entfernt, ein Massenphänomen zu sein. Doch mehr Menschen sind bereit, sich darauf einzulassen. Insbesondere in der jungen Generation ist man offen dafür.

Eine Studie von ElitePartner aus 2023 hat festgestellt: Besonders groß ist die Bereitschaft in der Gruppe der 18- bis 29-jährigen. Während sich bei den Frauen in dieser Altersgruppe 18 % eine offene Beziehung vorstellen können, sind es bei den Männern mit knapp 30 % fast jeder Dritte.

Aktiv eine offene Beziehung erlebt haben aber weniger. In der Altersgruppe 18 bis 29 wollen 19 % der Männer und immerhin 10 % der Frauen zumindest zeitweise eine offene Beziehung gehabt haben.

Bei älteren Generationen nimmt die Bereitschaft zu einer offenen Beziehung stetig ab. Bei den 60- bis 69-jährigen finden nur noch 6 % der Frauen und 17 % der Männer eine offene Beziehung interessant.

Vorteile und Nachteile einer offenen Beziehung

Auch wenn eine offene Beziehung für jemanden die richtige Beziehungsform sein kann, ist sie jedoch nicht perfekt. Das ist keine Beziehungsform. Doch was spricht überhaupt dafür, sich auf eine offene Beziehung einzulassen…und was spricht dagegen? Ich habe mal ein paar Vor- und Nachteile aufgeschrieben:

Vorteil: Sexuelle Freiheiten
Bleiben wir doch erstmal beim Offensichtlichen: dem Sex. Die offene Beziehung bietet die Möglichkeit von wechselnden Sexpartner:innen und verspricht damit mehr sexuelle Freiheiten und Abwechslung als eine rein monogame Beziehung. Für viele dürfte das ein sehr wichtiger Grund sein, wenn es um die Entscheidung für oder gegen eine offene Beziehung geht. An dieser Stelle sei allerdings erwähnt, dass auch eine rein monogame Beziehung abwechslungsreich und sexuell erfüllend sein kann. Sie kann aber nicht wechselnde Sexparter:innen bieten – für diese Art der Abwechslung steht ganz klar die offene Beziehung.

Vorteil: Flexibilität
Das moderne Leben erfordert immer mehr Flexibilität. Arbeitsstellen werden schneller gewechselt, zeitliche Flexibilität wird gefordert, auch räumliche. Und ist es nicht irgendwie logisch, dass sich auch Beziehungsformen diesem modernen Leben mehr und mehr anpassen? Eine offene Beziehung verspricht mehr Flexibilität als eine starr erscheinende, traditionelle Beziehung. Ist sie daher gerade für die jüngere Generation eine interessante Alternative?

Vorteil: Selbstbestimmung und Autonomie
Eine offene Beziehung steht für mehr Selbstbestimmung und Autonomie. Warum? Früher erschienen traditionelle Beziehungen alternativlos. Insbesondere für Frauen, die oftmals nicht berufstätig waren und kein geregeltes Einkommen hatten. Sie waren stark vom Mann abhängig. Das hat sich geändert, Frauen sind selbstbestimmter und autonomer geworden…warum das also nicht auch auf die Beziehung übertragen und hier mehr Freiheiten genießen? Und ja, eine offene Beziehung kann dazu beitragen, sich auch sexuell besser zu entdecken und auszuleben, wo die traditionelle Beziehung zu einschränkend wirken mag.

Vorteil: Abenteuer und Befriedigung von Kinks
Offene Beziehungen umgibt eine Aura von (sexuellen) Abenteuern und der Befriedigung von persönlichen Kinks. Mal einen Dreier erleben? Mit einer offenen Beziehung möglich. Swingern gehen? Warum nicht. Sich den Kink holen, der für den/die Partner:in leider keiner ist? Kein Problem. Das Ausleben und Erleben erscheint mit einer offenen Beziehung einfacher, denn es braucht nicht zwingend den Consent der Partnerin und des Partners. Denn man hat Alternativen außerhalb der Beziehung.

Vorteil: Reduzierte Erwartungshaltung an Partner:in
Eine offene Beziehung kann den Erwartungsdruck aus einer Beziehung nehmen, was sich positiv auf die Harmonie in der Beziehung auswirken kann. Liebe ist stark und macht vieles möglich. Aber vielleicht kann Liebe trotzdem nicht jede sexuelle Erwartung ausgleichen. Wenn sie ihn sehr liebt, aber sich vielleicht wünscht, dass er „größer“ wäre…dann kann sie sich diesen Wunsch mit jemand anderen erfüllen. Oder möchte er Analsex, für sie ist es aber ein No-Go? Dann kann er diesen Kink mit einer Anderen nachgehen und die Partnerin ist aus dem Erwartungsdruck raus, ihm diesen Wunsch erfüllen zu wollen.

Vorteil: Persönliche Weiterentwicklung
Das hört sich erstmal komisch an…persönliche Weiterentwicklung? Die offene Beziehung ist ja kein Therapieprogramm. Trotzdem kann sie zu einer persönlichen Weiterentwicklung führen. Man kommt in den Austausch mit anderen Menschen und Sichtweisen und kann daran wachsen. Die Weiterentwicklung kann sich auch in der Hinsicht ergeben, dass man nach einiger Zeit feststellt, dass man dieses sexuelle Austoben in Form der offenen Beziehung eigentlich gar nicht braucht, obwohl man das zuvor dachte.

Neutral: Regeln
Ich bin fest davon überzeugt, dass eine offene Beziehung gewisse Regeln braucht. Ansonsten führt das zu Chaos und ganz sicher zu emotionalen Verletzungen. Wie soll eine offene Beziehung vernünftig funktionieren, wenn man nicht darüber spricht, was für jeden einzelnen okay ist und was nicht? Dafür fehlt mir die Fantasie. Regeln können Menschen stören, weil sie sich eingeengt fühlen. Regeln schaffen aber auch Klarheit. Regeln brauchen auch eine gute Kommunikation, damit sie nicht kontrollierend, sondern unterstützend wirken. Doch es gibt Paare, die haben trotz aller Offenheit Probleme mit der Kommunikation. Obwohl ich Regeln in einer offenen Beziehung für etwas Gutes und Wichtiges halte, setze ich diesen Punkt aus den genannten Gründen auf „neutral“.

Nachteil: Konservative Gesellschaft
Wer sich für eine offene Beziehung entscheidet, der wird merken, dass Leute das cool finden, andere interessiert es nicht und wieder andere lehnen es ab. Festzuhalten ist, dass die traditionelle Beziehung in unserer Gesellschaft klar führend ist und daher auch das gesellschaftliche Bild auf Beziehungen und was „normal“ ist, prägt. Und wenn man nicht „normal“ ist, muss man mit Widerständen rechnen. Mit Ausgrenzungen, Beleidigungen, Diskriminierungen und was es alles so „Schönes“ in einer Gesellschaft gibt, mit dem man jemand anderen zeigt, dass dessen Werte nicht „normal“ sind. Das fängt bei den Eltern an und hört bei Freunden und Kollegen längst nicht auf. Sicherlich wird das besser, je offener die kommenden Generationen werden, doch noch wird man da ein etwas dickeres Fell haben müssen.

Nachteil: Zeitaufwand
ElitePartner hat Leute nicht nur nach ihrer Bereitschaft und Erfahrung mit einer offenen Beziehung befragt, sondern auch, wo sie Schwierigkeiten sehen. Und eine nicht seltene Antwort war, dass Menschen nicht die Zeit sehen, neben ihrer Beziehung noch andere Leute zu daten. Natürlich kann man sich auch online bequem vom Sofa aus kennenlernen, aber für viele wird vor dem Sex sicherlich ein (oder mehrere) persönliche(s) Dates stehen, um zu schauen, ob es auch vibet. Die Zeit muss man haben (wollen).

Nachteil: Eifersucht und Vertrauensverlust
Für Menschen, die (sehr) eifersüchtig sind, dürfte eine offene Beziehung eine Art Folter sein. Und es besteht auch die Gefahr, dass in einer Beziehung das Vertrauen verloren geht, insbesondere dann, wenn sich nicht an die Regeln gehalten wird…oder einer das Gefühl hat, dass sich nicht dran gehalten wird. Das reicht ja schon aus. Dann wird die offene Beziehung schnell zu einer Bewährungsprobe…und kann auch der Grund für das Ende der Liebe sein.

Nachteil: Fremdverlieben
Besonders Frauen gaben bei der ElitePartner-Umfrage noch eine Sorge an: Die Angst vor dem Fremdverlieben. Wer körperliche Nähe zueinander aufbaut, könnte sich auch ineinander verlieben.

Insgesamt stehen hier jetzt zwar mehr Vor- wie Nachteile, doch das hat letztendlich nichts zu bedeuten. Wenn ein Nachteil mehr Gewicht hat als alle Vorteile zusammen, dann wird es am Ende trotzdem nicht funktionieren. Letztendlich muss sowieso jeder für sich selbst schauen, worin er bei einer offenen Beziehung Vor- und Nachteile sieht.

Warum die offene Beziehung für mich genau das Richtige ist

Ich bin auf die Erfahrung gespannt, aber das alleine gibt natürlich nicht den Ausschlag. Trotzdem bin ich gespannt, wie ich mit der Situation zurechtkomme, dass mein Mann mit Anderen Sex haben darf…und was es mit mir macht, in einer Beziehung mit anderen Männern zu schlafen. Das hat etwas von einem Experiment, aber ich betrachte meine Beziehung natürlich nicht als ein bloßes Experiment. Aber es wie bei allem, das man zum ersten Mal ausprobiert: Man ist gespannt, wie es funktioniert und wie man es findet.

Dieses „Experiment“ wage ich aber nur, weil es sich für mich richtig anfühlt…und das hat viel mit meinem Partner zu tun. Thomas hat mir schon früher das Gefühl gegeben, dass ich bei ihm die klare Nummer Eins bin. Schon lange vor unserer Beziehung. Und das gibt mir die Sicherheit, eine offene Beziehung mit ihm zu wagen. Außerdem ist er reifer und macht auf mich nicht den Eindruck, sich einfach nur noch nicht genug die Hörner abgestoßen zu haben.

Die offene Beziehung habe außerdem ich vorgeschlagen, nicht er. Das klingt jetzt komisch, aber weil es so herum war, war ich bereit dafür, mich darauf einzulassen. Hätte er danach gefragt, hätte mich das vielleicht etwas verschreckt.

Der Grund, warum ich das vorgeschlagen habe, liegt in unserer sehr freizügigen Vergangenheit. Sowohl er als auch ich haben Sexpartys besucht. Nicht vor Jahren, sondern bis zuletzt. Das ist unser Lifestyle und ich fühle mich gut damit. Ich genieße es sehr, mich auszutoben und meiner Lust freien Lauf zu lassen. Das will ich auch mit ihm, aber nicht nur mit ihm. Zumal ich gerade meine sehr devoten Kinks entdecke und fühle, dass er die zwar befriedigen möchte, aber nicht so befriedigen kann, wie ich es mir wünsche. Und er ist natürlich Mitglied in einem elitären Gentlemen Club, der freizügige Partys veranstaltet. So habe ich ihn kennengelernt…und das will ich ihm auch nicht verbieten. Vielleicht merken wir irgendwann, dass wir das alles nicht brauchen, doch das Gefühl habe ich für jetzt noch nicht.

Trotzdem will ich die Zweisamkeit und Intimität eines Partners mit ihm spüren. Ich will gekuschelt, liebevoll geküsst, verstanden und so angenommen werden, wie ich im normalen Leben bin. Und meine Hoffnung ist, dass uns die offene Beziehung diese zwei Welten zusammenbringen kann. Ich bin sehr gespannt darauf, ob das für uns klappt.

Wie denkst du über eine offene Beziehung? Hast du es schon einmal ausprobiert? Wäre die Art der Beziehung überhaupt für dich vorstellbar? Schreib mir hier gerne einen Kommentar dazu. 🙂

xoxoxo

Deine Lisa – your secret sexy girl next door

Hier findest du alle wichtigen Liebestoll-Links.

2 Kommentare

  1. Mega Text, Lisa! 🔥 Ich feiere deine Offenheit total. Vor allem bei dem Punkt mit den Kinks musste ich nicken – es ist im ‚echten Leben‘ oft gar nicht so leicht, jemanden zu finden, der genau auf denselben Vibe abfährt. Genau deshalb sind Sex-Chats ja so ein Segen: Man kann sich erst mal ohne Druck digital austoben, Fantasien teilen und schauen, ob die Chemie stimmt, bevor man den nächsten Schritt wagt. Ich finde es klasse, dass ihr euch diesen Freiraum gönnt. Viel Spaß beim Experimentieren und genieß die Zeit!

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